Jan Hahn, 32,
Bewusstsein in Portugal

„Wie würde ich leben wenn ich mir alles aussuchen könnte?“ diese Frage hat Jan dazu gebracht sein eigenes Utopia zu erschaffen. „Den perfekten Ort in der Natur auf dem Land, mit viel Ruhe und Raum zum trainieren. Genügend Platz um Familie, Freund und inspirierende Menschen zu beherbergen und zusammenzubringen.“

Jans Essenz der Auswanderung enthält Gelassenheit und Zuversicht. „Die Gelassenheit mit den Dingen, die nicht so laufen wie geplant. Die Zuversicht, dass ich es schaffe und einen Weg finde.“

Jans Heldenreise

Jans Leben spielte früher in der Großstadt, mit voll gepackten 7-Tage-Wochen und kaum Pausen. Im Job erfolgreich, doch umgeben von beruflichem und menschlichem Stress. Er funktionierte in dem Uhrwerk der Karriere und des Erfolgs. Dahinter zeigte sich jedoch auch ein anderer Jan. Erschöpft, kraftlos, abgestumpft und „verwirrt mit vielen Gedanken im Kopf, die nicht fertig gedacht werden können“.

Jan wusste um seine Situation und hörte einen Ruf nach Veränderung. Im Außen sank durch den Stress die berufliche Motivation und Anreiz. Als auch seine Partnerschaft auseinander ging, gab ihm dies den Anstoß zur Veränderung. Jans Wut auf sich selbst, brachte ihn zu der Frage: „Warum machst du nicht das, was du willst?“ Das Leben ist endlich und nach diesem ‚Memento mori’ Gedanken, beschloss Jan sein Leben neu auszurichten.

Der Job und die Beziehung waren früher ein großer Teil seines Lebens. Diese hatten sich verändert oder waren nicht mehr da. „Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, braucht es auch nicht mehr soviel Mut.“ Jan wollte Abstand, Ruhe und alleine sein. Er flog für einen Kurzurlaub nach Marokko. Durch den Abstand, gewann er die Klarheit darüber, dass er eine Pause von seinem momentanen Leben machen will. Trotz Angst vor der Zukunft, kündigt er seinen Job um Deutschland zu verlassen und sich auf den Weg zu machen.

Jans erste Reise begann auf Sri Lanka, wo er zuerst gemeinsam mit seinem alten Freund Stephan und später alleine reiste und das Leben genoss. Aus 3 Wochen Urlaub wurde eine 3-monatige Reise bis nach Indonesien. Durch das alleine Reisen konnte Jan seine Angst vor dem „alleine sein“ überwinden und die schönen Seiten daran erkennen. Mit der Reiseerfahrung im Gepäck fühlte sich Jan bereit für den nächsten Schritt und beschließt kurz nach der Rückkehr, auszuwandern. „Ich verlasse Deutschland so lange, bis ich weiß, was ich machen möchte“.

Gemeinsam mit seinem Freund Stefan zog es ihn raus aus Deutschland und nach Portugal. Sie bereiteten sich gemeinsam u.a. mit einem Sprachkurs auf die Auswanderung vor. Ihr Plan war es zu reisen, bis sie den Ort finden, wo sie bleiben wollen. Sie starteten in Lissabon, doch schnell führte es sie wieder raus aus dem Stadtleben und Richtung Natur und Landwirtschaft.

Während dieser Zeit beschäftigten sie sich persönlich mit dem Thema „bewusster leben“ und entwickelten die Idee von ‚Utopia’, indem sie sich die Frage stellten: “ Wie würde ich leben wenn ich mir alles aussuchen könnte? „Wir wollten unser eigenes Utopia erschaffen. Den perfekten Ort in der Natur auf dem Land, mit viel Ruhe und Raum zum trainieren. Genügend Platz um Familie, Freund und inspirierende Menschen zu beherbergen und zusammenzubringen.“

Sie entwickeln für ihren Ort das Konzept des „bewussten Urlaubs“. „Wir wollen eine Brücke schaffen und Menschen aus der Stadt in ein Umfeld bringen, indem sie sich wohl fühlen. Menschen die sich mit Yoga beschäftigen, gehen in ein Yoga Retreat. Wir wollen die abholen, die offen sind Veränderungen zu schaffen und im Urlaub bewusster Leben (lernen) wollen.“

Der Weg führt die beiden einmal über den Norden, bis in den Süden Portugals, wo sie den Winter 2017 verbringen. Zu der Zeit hatten sie sich schon 40 Grundstücke für ihr Utopia angeschaut. Jan setzt sich mit der Angst des Scheiterns auseinander. Die neue Form der Arbeit, die eigene Struktur und zähe Zeit, verlangten ihm viel ab.

Jan beschäftigte sich mit dem worst-case Szenario und ihm wurde bewusst, dass der Schritte zurück in den alten Job immer möglich ist. „Mein Leben im letzten Jahr, war mein wost-case Szenario. Also habe ich jetzt nichts zu verlieren und muss mir keine Sorgen machen.“ Jan lernte und trainierte seine Gelassenheit. „Die Konstanz liegt in der Bewegung, Veränderungen existieren immer und darum gilt es zu lernen, damit gelassen umzugehen. (…) Weniger planen, es läuft eh anders. Nicht verzweifeln, sondern Lösungen finden.“

Jan findet in der Zeit Unterstützung durch den Austausch und die Reflexion mit seinem Wegbegleiter Stephan. Es hilft ihm Themen zu relativieren und aus dem Kopf zu bringen, denn dort sind sie manchmal schlimmer als in Wirklichkeit. „Ich bin erst dann gescheitert, wenn ich aufgebe. Das hat mir Kraft gegeben.“

Ende Frühjahr 2018 finden Jan und Stefan das Grundstück für ihr Utopia. Sie starten den Umbau und damit, ihre Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie wollen einen Ort für ‚bewusstes Leben’ schaffen, im Innen und Außen. Dazu gehörten neben dem Haus und der Natur auch die bewusste Ernährung und Bewegung, Meditation und Atemtechniken. Sie stellten für Jan die psychische Herausforderung dar, auch dann weiterzumachen, wenn es unangenehm wird.

Es begann eine Zeit, in der Jan viel Neues lernte, über die Natur, Tiere, handwerkliches Arbeiten und sich selbst. „Wenn ich etwas nicht weiß, dann suche ich nach einer Antwort. Jeden Tag lerne ich etwas dazu. Die Essenz des Lebens ist Lernen.“

Seit der Kindheit hat Jan Angst vor Hunden und ist ohne Tiere aufgewachsen. „Mit denen kann man nicht reden, die sind komisch anders und unberechenbar“. Sein neues Leben beinhaltet mittlerweile Hühner, Pferde und einen Hund als festes Familienmitglied. Er lernte eine neue Beziehung zu Tieren kennen, indem er sich in seiner Persönlichkeit öffnete. „Durch die Verbindung mit Tieren und der Natur wird mein Verantwortungsbewusstsein trainiert“.

Während der Auswanderung hat sich auch die Beziehung zur Familie und besonders zur Mutter verbessert. Es war ein längerer Prozess und besonders wichtig für seine persönliche Weiterentwicklung. Ihr Verhältnis hat sich neu gefunden und seine Mutter ist heute seine Nachbarin in Portugal.

Jans Elixier seiner Auswanderung beinhaltet Gelassenheit und Zuversicht. „Die Gelassenheit mit den Dingen, die nicht so laufen wie geplant. Die Zuversicht, dass ich es schaffe und einen Weg finde.“

Jans Leben hat sich in den letzten 2 Jahren stark verändert. Rückblickend ergeben für ihn auch die Veränderungen im Job und Partnerschaft einen Sinn. „Ich wollte keine Sekunde zurück, in mein altes Leben.“ Er ist heute selbstbestimmter und tut, was er für richtig hält.

Jan fühlt sich durch die Erfahrungen während der Auswanderung gestärkt und bereit für das Neue, was im Leben auf ihn zukommt. Er hat viele soziale und kreative Projekte im Kopf, die bald mehr Raum und Zeit bekommen sollen.

Er führt heute ein bewusstes Leben, arbeitet an sich und gibt seine Inspiration weiter. „Mein Ziel ist es den kleinsten ökologischen und größten gesellschaftlichen Fußabdruck zu hinterlassen.“ Jan hat gelernt, dass man für Veränderungen und Entwicklungen Zeit braucht. Er lässt andere an seinem Leben teilhaben und öffnet sein Utopia Allen, die bewusster Leben wollen.

Sein Wunsch ist es Menschen zu inspirieren und ihnen einen Zugang zum bewussteren Leben zu geben. Er möchte Anderen etwas weitergeben, so dass sie sagen können „schön, dass ich Jan kennengelernt habe“.