Jan, bewusst sein in Portugal

Jan, bewusst sein in Portugal

Jan Hahn, 32,
Bewusstsein in Portugal

„Wie würde ich leben wenn ich mir alles aussuchen könnte?“ diese Frage hat Jan dazu gebracht sein eigenes Utopia zu erschaffen. „Den perfekten Ort in der Natur auf dem Land, mit viel Ruhe und Raum zum trainieren. Genügend Platz um Familie, Freund und inspirierende Menschen zu beherbergen und zusammenzubringen.“

Jans Essenz der Auswanderung enthält Gelassenheit und Zuversicht. „Die Gelassenheit mit den Dingen, die nicht so laufen wie geplant. Die Zuversicht, dass ich es schaffe und einen Weg finde.“

Jans Heldenreise

Jans Leben spielte früher in der Großstadt, mit voll gepackten 7-Tage-Wochen und kaum Pausen. Im Job erfolgreich, doch umgeben von beruflichem und menschlichem Stress. Er funktionierte in dem Uhrwerk der Karriere und des Erfolgs. Dahinter zeigte sich jedoch auch ein anderer Jan. Erschöpft, kraftlos, abgestumpft und „verwirrt mit vielen Gedanken im Kopf, die nicht fertig gedacht werden können“.

Jan wusste um seine Situation und hörte einen Ruf nach Veränderung. Im Außen sank durch den Stress die berufliche Motivation und Anreiz. Als auch seine Partnerschaft auseinander ging, gab ihm dies den Anstoß zur Veränderung. Jans Wut auf sich selbst, brachte ihn zu der Frage: „Warum machst du nicht das, was du willst?“ Das Leben ist endlich und nach diesem ‚Memento mori’ Gedanken, beschloss Jan sein Leben neu auszurichten.

Der Job und die Beziehung waren früher ein großer Teil seines Lebens. Diese hatten sich verändert oder waren nicht mehr da. „Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, braucht es auch nicht mehr soviel Mut.“ Jan wollte Abstand, Ruhe und alleine sein. Er flog für einen Kurzurlaub nach Marokko. Durch den Abstand, gewann er die Klarheit darüber, dass er eine Pause von seinem momentanen Leben machen will. Trotz Angst vor der Zukunft, kündigt er seinen Job um Deutschland zu verlassen und sich auf den Weg zu machen.

Jans erste Reise begann auf Sri Lanka, wo er zuerst gemeinsam mit seinem alten Freund Stephan und später alleine reiste und das Leben genoss. Aus 3 Wochen Urlaub wurde eine 3-monatige Reise bis nach Indonesien. Durch das alleine Reisen konnte Jan seine Angst vor dem „alleine sein“ überwinden und die schönen Seiten daran erkennen. Mit der Reiseerfahrung im Gepäck fühlte sich Jan bereit für den nächsten Schritt und beschließt kurz nach der Rückkehr, auszuwandern. „Ich verlasse Deutschland so lange, bis ich weiß, was ich machen möchte“.

Gemeinsam mit seinem Freund Stefan zog es ihn raus aus Deutschland und nach Portugal. Sie bereiteten sich gemeinsam u.a. mit einem Sprachkurs auf die Auswanderung vor. Ihr Plan war es zu reisen, bis sie den Ort finden, wo sie bleiben wollen. Sie starteten in Lissabon, doch schnell führte es sie wieder raus aus dem Stadtleben und Richtung Natur und Landwirtschaft.

Während dieser Zeit beschäftigten sie sich persönlich mit dem Thema „bewusster leben“ und entwickelten die Idee von ‚Utopia’, indem sie sich die Frage stellten: “ Wie würde ich leben wenn ich mir alles aussuchen könnte? „Wir wollten unser eigenes Utopia erschaffen. Den perfekten Ort in der Natur auf dem Land, mit viel Ruhe und Raum zum trainieren. Genügend Platz um Familie, Freund und inspirierende Menschen zu beherbergen und zusammenzubringen.“

Sie entwickeln für ihren Ort das Konzept des „bewussten Urlaubs“. „Wir wollen eine Brücke schaffen und Menschen aus der Stadt in ein Umfeld bringen, indem sie sich wohl fühlen. Menschen die sich mit Yoga beschäftigen, gehen in ein Yoga Retreat. Wir wollen die abholen, die offen sind Veränderungen zu schaffen und im Urlaub bewusster Leben (lernen) wollen.“

Der Weg führt die beiden einmal über den Norden, bis in den Süden Portugals, wo sie den Winter 2017 verbringen. Zu der Zeit hatten sie sich schon 40 Grundstücke für ihr Utopia angeschaut. Jan setzt sich mit der Angst des Scheiterns auseinander. Die neue Form der Arbeit, die eigene Struktur und zähe Zeit, verlangten ihm viel ab.

Jan beschäftigte sich mit dem worst-case Szenario und ihm wurde bewusst, dass der Schritte zurück in den alten Job immer möglich ist. „Mein Leben im letzten Jahr, war mein wost-case Szenario. Also habe ich jetzt nichts zu verlieren und muss mir keine Sorgen machen.“ Jan lernte und trainierte seine Gelassenheit. „Die Konstanz liegt in der Bewegung, Veränderungen existieren immer und darum gilt es zu lernen, damit gelassen umzugehen. (…) Weniger planen, es läuft eh anders. Nicht verzweifeln, sondern Lösungen finden.“

Jan findet in der Zeit Unterstützung durch den Austausch und die Reflexion mit seinem Wegbegleiter Stephan. Es hilft ihm Themen zu relativieren und aus dem Kopf zu bringen, denn dort sind sie manchmal schlimmer als in Wirklichkeit. „Ich bin erst dann gescheitert, wenn ich aufgebe. Das hat mir Kraft gegeben.“

Ende Frühjahr 2018 finden Jan und Stefan das Grundstück für ihr Utopia. Sie starten den Umbau und damit, ihre Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Sie wollen einen Ort für ‚bewusstes Leben’ schaffen, im Innen und Außen. Dazu gehörten neben dem Haus und der Natur auch die bewusste Ernährung und Bewegung, Meditation und Atemtechniken. Sie stellten für Jan die psychische Herausforderung dar, auch dann weiterzumachen, wenn es unangenehm wird.

Es begann eine Zeit, in der Jan viel Neues lernte, über die Natur, Tiere, handwerkliches Arbeiten und sich selbst. „Wenn ich etwas nicht weiß, dann suche ich nach einer Antwort. Jeden Tag lerne ich etwas dazu. Die Essenz des Lebens ist Lernen.“

Seit der Kindheit hat Jan Angst vor Hunden und ist ohne Tiere aufgewachsen. „Mit denen kann man nicht reden, die sind komisch anders und unberechenbar“. Sein neues Leben beinhaltet mittlerweile Hühner, Pferde und einen Hund als festes Familienmitglied. Er lernte eine neue Beziehung zu Tieren kennen, indem er sich in seiner Persönlichkeit öffnete. „Durch die Verbindung mit Tieren und der Natur wird mein Verantwortungsbewusstsein trainiert“.

Während der Auswanderung hat sich auch die Beziehung zur Familie und besonders zur Mutter verbessert. Es war ein längerer Prozess und besonders wichtig für seine persönliche Weiterentwicklung. Ihr Verhältnis hat sich neu gefunden und seine Mutter ist heute seine Nachbarin in Portugal.

Jans Elixier seiner Auswanderung beinhaltet Gelassenheit und Zuversicht. „Die Gelassenheit mit den Dingen, die nicht so laufen wie geplant. Die Zuversicht, dass ich es schaffe und einen Weg finde.“

Jans Leben hat sich in den letzten 2 Jahren stark verändert. Rückblickend ergeben für ihn auch die Veränderungen im Job und Partnerschaft einen Sinn. „Ich wollte keine Sekunde zurück, in mein altes Leben.“ Er ist heute selbstbestimmter und tut, was er für richtig hält.

Jan fühlt sich durch die Erfahrungen während der Auswanderung gestärkt und bereit für das Neue, was im Leben auf ihn zukommt. Er hat viele soziale und kreative Projekte im Kopf, die bald mehr Raum und Zeit bekommen sollen.

Er führt heute ein bewusstes Leben, arbeitet an sich und gibt seine Inspiration weiter. „Mein Ziel ist es den kleinsten ökologischen und größten gesellschaftlichen Fußabdruck zu hinterlassen.“ Jan hat gelernt, dass man für Veränderungen und Entwicklungen Zeit braucht. Er lässt andere an seinem Leben teilhaben und öffnet sein Utopia Allen, die bewusster Leben wollen.

Sein Wunsch ist es Menschen zu inspirieren und ihnen einen Zugang zum bewussteren Leben zu geben. Er möchte Anderen etwas weitergeben, so dass sie sagen können „schön, dass ich Jan kennengelernt habe“.

Simi auf Weltreise

Simi auf Weltreise

Simi Tieber, 34, auf Weltreise

Was hat dich auf der Reise am meisten überrascht? „Ich mich selbst.“
„Alleine reisen hat für mich alles verändert. Früher war ich schüchtern und heute vertraue ich mir und weiß was ich kann. Man lernt so viel über sich selbst und wächst, wenn man Situationen ausgesetzt ist, die man selbst lösen muss. Denn es gibt immer Lösungen.“

Simis Heldenreise

Gewohnte Welt

Mit 32 beschloss Simi auf Weltreise zu gehen. Vorher lebte sie ein „normales Leben“, mit kurzen Wochenend-Trips, 9to5 Job und einem stabilem sozialem Umfeld. Seitdem sie 6 Jahre alt ist, schlummert in ihr der Traum einmal die Welt zu bereisen. Dieser klopfte während der Jahre immer wieder an, doch es kam wiederholt etwas dazwischen.

Doch 2016 folgte ein lauter Ruf des Körpers in Form einer schweren Mandelentzündung. „Ich wollte raus, habe mich nicht getraut, der Körper hat mir gezeigt, da passt was nicht. Ich war irgendwie unglücklich, habe Reiseblogs gelesen und mir vorstellen, wie es sein könnte alleine zu reisen.“

Der 12. August 2016, der entscheidende Tag, an dem Simi ihr Leben in eine andere Richtung drehte. Sie wachte morgens auf und beschloss:

„Entweder du machst es heute, oder du machst es nie.“

 

Wo der Entschluss plötzlich stand, war sie innerlich klar und die Umsetzung ging plötzlich ganz schnell. Direkt am Morgen kündigte Simi ihren Job. Am Abend folgte das Gespräch mit Familie und Freunden. „Andere planen Auswanderungen weit im Voraus. Ich habe lange mit der Entscheidung gerungen und es dann von heute auf morgen gemacht.“

Im direkten Freundeskreis fand Simi wenig Gleichgesinnte, doch Erfahrungsberichte in Blogs haben ihr Mut gemacht und Orientierung gegeben. Trotz einiger kritischen Stimmen im Umfeld, wie „mit Anfang 30 noch auf Weltreise, lieber Kinder und Familienplanung“, ließ sich Simi nicht von ihrem Weg abbringen.

Wohin es für sie gehen sollte, war klar: Mittelamerika. Sie wählte den günstigsten Flug, der ging nach Panama. Trotz nur einer einzigen Erfahrung im Alleinereisen, spürte sie, das ist das Richtige.

 


Land der Abenteuer

Den Rucksack noch schnell am Abend vorher gepackt ging es los. Schneller, etwas chaotischer und emotionaler als Simi dachte.
Doch mit einer Menge Mut im Gepäck landet Simi im Hostel in Panama. Dort trifft sie auf Wegbegleiter und ihren Partner, mit welchen sie sich spontan entschied, die Reise gemeinsam fortsetzte. „Trotz dem alleine Reisen, ist man nicht zwingend nur alleine, sondern trifft auf viele Wegbegleiter und muss sich Zeit alleine manchmal nehmen“

Simi selbstbeschriebene „Hochphase“ ließ sie aufleben. Trotz Alltagssorgen wie Sprachbarrieren, sich fremd fühlen, den neuen Standards und einigen Kulturschocks.
„Vor der Reise hatte ich Angst und wo die Reise begonnen hat, war sie weg.“

Doch dann stand die erste Prüfung an. Simi reiste zusammen mit ihrem damaligen Partner, dessen Reisezeit nun beendet war und es zog ihn zurück nach Brasilien. Ihre Pläne sahen einen Aufenthalt daheim in Wien vor.

Als die Wege sich räumlich trennten, entschied sich Simi für die Liebe und änderte ihre Pläne. Somit ging es nach Brasilien und sie führten ihre Weltreise gemeinsam in Südamerika weiter.

Nach der Zeit der Liebe, folgte eine weitere Prüfung, die Simi alles abverlangte. Als die Beziehung zu Ende ging, stand sie nicht nur vor Liebeskummer, sondern auch vor der Frage:

„Setze ich meine Weltreise auch alleine fort?“

Simi wollte die Welt bereisen, seit dem sie ein kleines Kind war. „Der Liebeskummer wird mich nicht von meinem Traum abhalten“. Diese Stimme hat sich bei ihr durchgesetzt und Simi trat die Weiterreise nach Afrika, welche eigentlich mit dem Ex-Partner geplant war, nun alleine an.

Während dieser Zeit spielten neben der Familie auch zwei Wegbegleiterinnen eine wichtige Rolle. Simi traf sie während ihrer Zeit in Afrika und sie bestritten ihre weitere Reise gemeinsam. „Sie waren wie ein Geschenk“, bei ihnen fand Simi emotionale Stütze und konnte zu ihrer Stärke zurückfinden.
„Beim Reisen zieht man die Leute an, die man braucht und die einen weiterbringen. Ebenfalls lernt man seine richtigen Freunde kennen.“

Rückblickend beschreibt Simi die Trennung als „ das Beste, das mir passieren konnte. Ich hätte mich sonst nie so entwickeln können.“ Der Schmerz verhalf ihr ihre eigene Stärke zu erkennen.

Simis Elixier ihrer Reise beinhaltet als erstes die Liebe zum Reisen und die Begegnungen mit vielen liebevollen Menschen. Ebenfalls enthalten ist die Kraft der Naturwunder und die Erkenntnis „wie viel die Welt zu bieten hat“. „Das gibt mir die Kraft, in den blöden Tagen, die Jeder hat.“

 


Neue Welt

In Simis aktueller Welt befindet sie sich kurz davor ihre Weltreise fortzusetzen. Nach 2 Jahren Untervermietung, gilt es die Wohnung in Wien aufzulösen. Sie hat sich von einem vollen Kleiderschrank zu einer Minilistin entwickelt –„ Meine Welt passt heute in einen Rucksack.“

Ebenfalls keinen Platz haben „Energieräuber“ diese hat Simi aus ihrem Umfeld „eliminiert“ und umgibt sich heute mit einem Umfeld, dass ihr gut tut.

In Simis Vision ihrer Zukunft sieht sie sich selbst weiter reisen, die Welt mit ihren verschiedenen Kulturen und Menschen entdecken.

Durch die positive Resonanz in sozialen Medien auf Simis bisherige Weltreise, wird diese in ihrer Vision zu einem Business geworden sein, dass ihr eine berufliche Selbstständigkeit ermöglicht. „Ich möchte Andere inspirieren, ihnen mitgeben sich aus ihrer Komfortzone zu begeben und etwas zu erleben.“

Auch in der Zukunft soll Simis Heimat in Wien mit Familie und Freunden ein wichtiger Teil ihres Lebens sein. Hier sind ihre Wurzeln zu denen sie gerne zurückkommt (auf Besuch).

Der bereits durch die bisherigen Reisen gewonnene persönliche Entwicklungsprozess, wird in Simis Vision eine wichtige Rolle spielen. „Wenn es einem selbst gut geht, kann man Gutes weitergeben“

Auch der Liebe wird in der Zukunft ein Platz gegeben und Simi sagt selbst „in meiner Vision ist ein in Bleistift gemalter Partner, denn ich sehe mich in einer Partnerschaft“

Zudem möchte Simi ihrer Zukunft auch einen Freiraum geben, den es sich noch nicht auszumalen gilt und in dem das unerwartete Abenteuer passieren kann.

 

 

Was hat dich auf der Reise am meisten überrascht?
„Ich mich selbst.“

„Ich war vorher der Typ, dem man eine Weltreise nie zugetraut hätte. Ich habe mich selbst überrascht. Vorher eine Fülle an materiellen Dingen und vollen Kleiderschrank, heute Minimalismus.“

„Alleine reisen hat für mich alles verändert. Früher war ich schüchtern und heute vertraue ich mir und weiß was ich kann. Man lernt so viel über sich selbst und wächst, wenn man Situationen ausgesetzt ist, die man selbst lösen muss. Denn es gibt immer Lösungen.“

 

Am 5. November geht es für Simi weiter nach Asien. Diesmal gibt es kaum Vorplanung, doch das sieht sie ganz entspannt, denn sie will offen für das Unerwartete sein und weiß wie das mit dem Reisen geht.
Simis Message: „Man soll es einfach machen. Das was auf dem Herzen brennt. Sei es eine Weltreise oder was auch immer. Das Leben ist zu kurz, das man nicht mal versucht den Traum zu realisieren.“

Vielen Dank Simi für das wundervolle Interview und den Mut deine Heldenreise zu teilen.

Julia Freiheitsliebe Bali

Julia Freiheitsliebe Bali

Julia Hansmeier, 37,
selbstständig & werdende Mama auf Bali

Die „Freiheitsliebe“ ist ihr ‚warum’ für Bali. Frei zu leben und arbeiten wie sie will, bedeutet für sie Freiheit. „Ich habe genau die richtige Entscheidung getroffen – for now. Ich lebe mein Leben jetzt viel spannender und intensiver, auch die Hochs und Tiefs.“

Julias Heldenreise

Der Wunsch nach einem Leben im Ausland schlummerte in Julia schon länger. Es siegte jedoch immer die Vernunft und sie entscheid sich „lieber den Lebenslauf zu berücksichtigen“. Somit folgten Ausbildung, Studium, Beruf und Karriere mit 30 Tagen Urlaub im Jahr in denen die reiste. „Ich mochte eigentlich den Job, doch ich wollte freier sein.“

Mit Mitte Dreißig wollte Julia einfach raus und mal eine Auszeit machen. „Ich habe nur noch gearbeitet und am Wochenende war ich müde von der Arbeitswoche“
Eine private Trennung gab den entscheidenden Auslöser, wirklich den Schritt zu gehen, von dem sie bisher nur träumte. Sie vertraute ihrer Verbindung zum Bauchgefühl und entschied sich Job und Wohnung aufgegeben, mit dem Wunsch endlich frei zu sein und zu leben – auf Bali.
Von Freunde und Familie gab es einige besorgte Reaktionen, wie „du spinnst deinen sicheren Job aufzugeben“, doch sie spürte gerade das Richtige zu tunDurch die Auslandserfahrungen in Sprachkursen, Animationsjobs und Studium auf Bali, fühlte sich Julia gestärkt für eine neue Reise. Ihr berufliches Engagement kam ihr nun zu gute und sie konnte mit einem finanziellen Puffer in eine Auszeit starten.

Das Ankommen auf Bali und die erste Zeit waren für Julia „traumhaft und vertraut“. Sie verbrachte ihre Zeit mit Dingen, die ihr Spaß machen und gut tun. Sie lernte surfen, liest viel und verbringt das erste Mal viel Zeit mit sich selbst.

Ihr Leben änderte sich von einem Extrem ins Andere. „Vorher nonstop arbeiten und auf Bali plötzlich Verantwortung und Verpflichtung nur für mich selbst, damit war ich zuerst auch überfordert.“

Julia sucht nach einem Plan wie sie ihr Leben führen will. Sie gestaltete ein Wunschbild ihrer Zukunft und gleich dieses mit der Realität ab. „Ich stellte dabei fest, wie sehr die beiden auseinanderliegen“. Ein wichtiger Aspekt war dabei die berufliche und damit finanzielle Verwirklichung.

Eine Idee ergibt sich hierfür durch den Kontakt mit digitalen Nomaden vor Ort auf Bali. Es folgt die Euphorie darüber ein eigenes online Business zu entwickeln um ortsunabhängig zu arbeiten. In die Realisierung des Projekts investiert Julia in den nächsten Monaten alle Energie und gewinnt früh schon erste Kunden.

Was dann folgte, überraschte sie selbst. Sie realisierte, dass der eigene finanzielle Puffer schrumpft, der staatliche Zuschuss aus Deutschland ausgelaufen ist und sie nun auf sich selbst gestellt war. „Eigentlich halte ich mich für eine starke Frau, doch das hat mich umgehauen“. Es kommen Existenzängste und Selbstzweifel, die im Kopf ein worst-case Szenario kreieren. „Abenteuer sind schön, doch ich brauche dabei eine gewisse Sicherheit.“ Ebenfalls Herausforderungen wie fehlende staatliche Absicherung und die Oberflächlichkeit in persönlichen Beziehungen beschäftigen Julia zu der Zeit sehr.

Sie begegnete dem Chaos mit Struktur und konzentriert sich auf sich selbst. Dazu macht sie sich sowohl einen Mindsetplan mit allem was ihr gut tut, als auch einen Handlungsplan über die nächsten Schritte in ihrem Business. Julia erkennt für sich, dass es manchmal nicht darum geht „Probleme zu lösen, sondern einen Weg zu finden gut mit Ihnen zu leben.“

Julia treibt eine innere Kraft an. Die „Freiheitsliebe“ ist ihr ‚warum’ sie auf Bali ist. Frei zu leben und arbeiten wie sie will, bedeutet für sie Freiheit. „Ich lebe mein Leben jetzt viel spannender und intensiver, auch die Hochs und Tiefs.
Ihr Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen war schon immer gut ausgeprägt, doch wurden nochmal gestärkt durch die persönliche Weiterentwicklung, durch die intensive Zeit mit sich selbst. Julia hat viel Zeit in ihre Persönlichkeitsentwicklung und Weiterbildungen investiert und fühlt sich richtig wo sie ist. „Ich habe genau die richtige Entscheidung getroffen – for now“

Der Job spielt für sie im Leben eine wichtige Rolle. Sie führt heute eine eigene kleine Agentur und unterstützt andere bei dem Schritt in eine ortsunabhängige Selbstständigkeit“. „Früher habe ich einfach gemacht, damit andere zufrieden mit mir sind, heute möchte ich mich weiterentwickeln und für mich sorgen.“

Julia lebt ihren Traum von Freiheit und arbeitet stetig weiter daran. Ihr neues Abenteuer heißt ‚Baby’ und hat bereits gestartet.

Vielen lieben Dank Julia für das teilen deiner Geschichte im Interview.
Mehr über sie findest du hier.

Die erste Liebe

Die erste Liebe

DIE ERSTE LIEBE habe ich schon vor meiner Geburt von zwei wundervollen Menschen erfahren, die mich bedingungslos lieben: Meinen Eltern.

Sie haben mich immer beschützt und für mich gesorgt, auch heute wo ich erwachsen bin, fühle ich mich im Schoß meiner Eltern am geborgensten. Mein Vater sorgt sich mehr um meine Sicherheit beim Reisen und meine Mama dass ich genug Esse und Trinke. Genau das ist wundervoll. Zwei Menschen, die mich mein ganzes Leben kennen, alle Höhen, Tiefen und verrückten Ideen mitgemacht haben.

Irgendwann werde ich für sie sorgen, wie sie für mich als Kind. Die besondere Qualität von Liebe zwischen Eltern und Kind, berührt mich immer wieder. Meine Mama hört schon beim „Hallo“ am Telefon wie es mir wirklich geht und freut sich immer meine Stimme zu hören.
Das ist wahre LIEBE, gegenseitig, grenzen- und bedingungslos.

Ich liebe Euch, Kathy

Mach dich Tanz klar.

Mach dich Tanz klar.

„Es ist weniger schwierig, Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben.“

-Teilhard de Chardin

Wenn ich mich mit anderen Endzwanzigern unterhalte, muss ich bei dem Thema ‚Erwartungen’ immer schmunzeln, denn gerade meine Generation (Y) hat wirklich unmöglich hohe Standards und Erwartungen. Eine Vorstellung und Fantasie von dem eigenen Leben ist gut, solange du sie locker und leicht nimmst und nicht einem perfekten Fantasiebild nachjagst. Eins habe ich die letzten Monate gelernt: Mach dich locker und gebe dein Bestes, das ist mehr als genug.

Lasse dich von der Fantasie immer wieder neu beflügeln und verzaubern. Doch begebe dich auch wieder auf den Boden der Realität zurück und betrachte von hier, wieviel Realität steckt in der Fantasie? Denn wir stecken die Erwartungen immer höher. An Andere, das Zusammensein und an uns selbst.

Keine Lust mehr zu Suchen, denn eigentlich wollen wir nur ankommen, aber sofort. Ohne den anstrengenden Weg dazwischen. Veränderungen sind irgendwie schon ok, denn Stillstand ist langweilig. Aber die ganze Arbeit die hinter einem Veränderungsprozess steht ist weniger attraktiv. Lieber direkt einmal alles neu ohne viel Arbeit. Ist was kaputt, wird’s neu gekauft.

Alles soll ‚easy‘ und voll im ‚flow‘ laufen. Hürden sind nur ein Zeichen dafür, den Weg besser nicht zu wählen und stattdessen auf den nächsten Flow zu warten. Der natürlich von selbst bei einem auf der Couch vorbeikommen soll, während wir passiv darauf warten.
Aufwachen: Bye bye Traum und hallo Realität.

Dieser selbst geschaffene Stress muss nicht sein, es ist ganz alleine deine Entscheidung. Zu verstehen, dass du die Verantwortung für dein Leben trägst und was du daraus macht, ist einer der Grundbausteine um ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Also hoch von der Couch und rein ins Leben. Es ist deins, es ist kostbar und alleine deine Entscheidung wie du die Segel setzt.