Kathy, was vermisst du am Meisten?

Kathy, was vermisst du am Meisten?

Mein Bauch sagt: Marzipan aus Lübeck.

Mein Herz sagt: Ich vermisse das GEWOHNTE und BEKANNTE.

Ich lebe jetzt seit fast einem Jahr in Spanien, in einer ungewohnten Umgebung und neuem Umfeld.

Meine Spanisch Kenntnisse lassen zu wünschen übrig und im Supermarkt freue ich mich jedesmal, wenn ich deutsche Produkte finde. Ein kleines Stückchen Heimat im Regal. Da schlägt das Herz im LIDL plötzlich höher, weil ich mich in der Produktpalette endlich zurecht finde. Das Gewohnte, das mir Vertraute.

Ich habe auf Fuerte wundervolle neue Menschen kennengelernt, die für mich Freunde und wie Familie sind. Trotzdem vermisse ich meine Freunde aus Deutschland, die gewohnten Doings, Gespräche und Kaffee-Alsterrunden.

Früher war ich von den Sonntags -Eltern-Besuchen genervt, und heute vermisse ich sie. Den gewohnten Geschmack vom Nudelauflauf meiner Mama und die vertraute geborgene Umgebung. Heute vermisse es mit meiner Familie zusammen zu sein.

Ich merke, wie ich mich immer noch fremd im Land fühle und ich das Wort ‚Heimat‘ von ‚Zuhause‘ heute trenne. Ich fühle mich zu Hause und sehr wohl in Spanien, doch meine ‚Heimat, meine Wurzeln und mein Ursprung liegt in Hamburg, bei meiner Familie.

Dies ist ein Gefühl, wozu ich schon mit anderen Auswanderern gesprochen und es hat sich gezeigt, dass es einigen so geht. Eine Trennung von Zuhause und Heimat und unerwartet plötzlich etwas zu vermissen. Etwas Bekanntes, etwas von Daheim.

Kathy, was machst du den ganzen Tag?

Kathy, was machst du den ganzen Tag?

Ich hatte immer die Assoziation, dass Menschen, die im sonnigen Ausland sind ein völlig anderes Leben führen, als ich/wir in Deutschland. Ständig gute Laune, Sorgen sind nach dem Surfen weg und frei von Stress. Vielleicht haben auch Einige den Eindruck über Instagram, dass mein Leben hier in Spanien nur Sunny Side up ist. ͏Kleine Info zur Realität: Egal wo du auf der Welt bist, wie dein Umfeld aussieht, ob Palmen, Sonne Strand oder Plattenbau und Regen, das entscheidende ist:
DU bist immer DU. DU nimmst dich überall selbst mit hin.

Deine Gedanken, Sorgen, Persönlichkeit & Co. Du kannst vor dir selbst nicht weglaufen. Das bedeutet, ein Mensch, der unzufrieden ist, wird dies auch nach kurzer Zeit unter Palmen in der Sonne sein. Denn das Paradies ist eben nur im Außen und nicht im Innen. ͏In Spanien findet wegen des wärmeren Wetters, das Leben mehr draußen statt. Ich habe wenige feste Termine und kann oft den Tag so gestalten wie ich möchte. Dabei richte ich mich auch nach dem Wetter, denn auf Fuerte windet es sehr 🙂

Komplette Freizeit zu haben, ist etwas, wonach ich mich gesehnt habe, als ich noch in Hamburg gelebt habe. Den ganzen Tag machen, was ich will. Es gibt die Frage aus dem Coaching „Was kommt aus dir, wenn kein Impuls von Außen kommt?“ Um zu hören was aus mir selbst kommt, hat es einige Zeit gedauert und ich musste lernen leise und geduldig zu sein. Ich habe für mich meine kreative Ader und die Leidenschaft zu Design & Ästhetik wieder entdeckt. ͏
Freizeit will sinnvoll gefüllt werden, das bedeutet Verantwortung. Deine Zeit für dich sinnvoll zu gestalten, ist etwas aktives. ͏ Ich genieße es zwar momentan sehr frei zu sein doch spüre dadurch auch, wo ich Form und Struktur brauche. Feste Termine und Regelmäßigkeiten, entsprechen einem Bedürfnis in mir, dass ich früher nur mit den falschen Tätigkeiten gefüllt habe.

Astrid Lindgren wusste schon: Es braucht Pippi und Annika!
Toma y venga, Kathy

Kathy, wo kommst du beruflich her?

Kathy, wo kommst du beruflich her?

Diese Frage bekomme ich öfter und ich starte mal mit einem kleinen beruflichen Rückblick meines Lebens: ͏Ich bin früh zu Hause aus Hamburg ausgezogen und durch die Schauspielerei in Berlin schon in der Jugend ins Berufsleben eingestiegen.

Mein Weg führte mich nach dem Abitur wieder nach Hamburg und ich wechselte hinter die Kamera und startete als Castingdirektorin in einer Agentur. Parallel begann ich ein Präsenzstudium (Wochenende) in Hannover in BWL mit Schwerpunkt Marketing. Schnell wurde mir die Agenturwelt zu klein und ich wollte meinen Horizont erweitern und machte einen Trainee im Marketing eines mittelständischen Unternehmens. Dort lernte ich auch den Bereich Personal-und Organisationsentwicklung kennen. Ich wusste sofort, das interessiert mich.

Durch mein Elternhaus kam ich bereits früh mit Coaching und Alternativer Ganzheitlicher Medizin in Kontakt. Nach meinem Bachelor startete ich mein Masterstudium Coaching & Systementwicklung in Teilzeit (diesmal zum Glück in Hamburg). ͏ Mich trieb es weiter in die Vollzeit Unternehmens-Anzug-Schikimicki-Welt und ich machte eine weitere Station bei einer Unternehmensberatung und landete schließlich in dem Investmentbanking als Organisational Development Managerin. Meinem Masterstudium fehlt noch die Abschlussarbeit und ich befinde mich im 2. Urlaubssemester, da meine Auswanderung, meine Karrierepläne und ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Ein Dankeschön hiermit an die MSH Hamburg. Mir war früher Karriere, Status, & Geld wichtig.

Ich merkte letztes Jahr wie sehr meine innere Entwicklung auf meinem Karriereweg zu kurz kam. Ich spürte in mir drin, dass es Zeit war anzuhalten, mich neu auszurichten und mit stimmigen Tempo weiterzugehen.

Kennst du die Situation, wenn im „Außen“ eigentlich alles stimmt, doch im „Innen“ trotzdem nicht?
Grüße aus der spanischen Villa Kunterbunt, Kathy

Kathy, wie bist du ausgewandert?

Kathy, wie bist du ausgewandert?

Zu aller Erst: Ich hatte NIE den Plan auszuwandern.

Ich war in einem System eingebunden, dass keine Freigeister, Lebenskünstler, Surf-Van-Hippies beinhaltete. Durch meinen ersten Urlaub alleine, wurde mir klar, dass mein aktuelles Leben ziemlich starr und trist ist.

Ich spürte ‚Ich brauche eine VERÄNDERUNG‘ – eine Auszeit von meinem JETZT nehmen, um Abstand zu gewinnen und eine neue Perspektive zu bekommen. ͏ Zwischen meiner Entscheidung und dem Take off des One Way Fliegers nach Fuerte verging nur wenig Zeit und außer einer ‚Intuition’, gerade das richtige zu machen, gab es keinen wirklichen Plan.

Ich kündigte meinen Job, sprach mit meiner Familie & Freunden, löste meine Beziehung, packte einen Rucksack & Koffer zusammen, machte Überflüssiges zu Geld, packte meine Ersparnisse ein und flog zurück nach Fuerteventura. ͏

Hier angekommen, hatte ich eine kleine Casa gemietet und ansonsten keinen weiteren Plan was ich jetzt machen werde. Meine Auswanderung war also ziemlich ungeplant. Erst während der nachfolgenden Monate, machte ich Basic-Schritte wie ‚Wohnungsauflösung‘ und ‚Minimalistisch Leben‘.

Ich bin kein Ratgeber dafür, wie man besonders ‚effektiv‘ auswandert, aber ich kann für ‚einfach mal machen‘ inspirieren. 

Das Bild zeigt den Moment, wo ich ich meine erste Oneway Reise antrete.
Toma y venga, Kathy ͏

Kathy, wie verdienst du Geld?

Kathy, wie verdienst du Geld?

Eine (tabu) Frage, die uns Deutsche immer sehr interessiert: „Wie verdienst du Geld?“ Menschen, die nicht arbeiten, sind doch irgendwie suspekt. Arbeiten gehört zum Leben dazu.

Beim Smalltalk kommt nach der Frage „Wie heißt du?“ direkt im Anschluss „Und was machst du beruflich?“ ͏Natürlich ist der Aspekt ‚Geld’ auch eng verknüpft mit Sicherheit und bei einer Auswanderung relevant. Von Irgendwas muss man schließlich leben und seine Miete zahlen. Ich habe die Villa Kunterbunt deluxe ins Leben gerufen und gebe hier viele persönliche Einblicke, um Andere auch auf genau dieser menschlichen Ebene zu erreichen. Niemand spricht gerne über Geld, doch ich möchte diese Frage trotzdem gerne beantworten.

1. VERKAUFEN: Ich habe (fast) alles verkauft, was ich besessen habe. Wochenlang habe ich über Ebay, Kleinanzeigen, Wohnungsauflösung, Marketplace uvm., meine 90qm Wohnungseinrichtung, Dekoration, Kleidung, Auto & Co. verkauft. Ich schaffe nie wieder so viel Zeug an.

2. LEBENSSTANDARD: Ich habe meinen Lebensstandard von „Eppendorfer Girl“ auf „Caravan Hippie-Minimalist“ step by step verändert und Luxus neu definiert. Das ist ein Prozess, doch ich merke, dass ich mit weniger jetzt glücklicher bin.
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3. ERSPARNISSE: Jeder hat dieses eine Sparbuch, wo er ab und zu was drauflegt, für Notfälle. Wie sich dieser auch immer definieren lässt. Ich habe meine Ersparnisse genommen, um in mich zu investieren und mir FREIZEIT zu ermöglichen. Zeit in der ich (fast) jeden Tag tun kann, was ich will.
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4. JOBBEN: Es lässt sich immer überall irgendwie arbeiten. Ich jobbe nebenbei, weil mir die soziale Einbindung wichtig ist und die Deutsche in mir gerne etwas Sicherheit hat.

Ich verdiene mit der Villa Kunterbunt-deluxe kein Geld, sondern, mache das aus Freude und Leidenschaft. Ich habe gerade den Luxus, neuen Ideen momentan Freiraum zu geben, damit sie sich entwickeln können. Wohin das führt weiß ich noch nicht, aber ich habe ein gutes Bauchgefühl, dass es super wird. Ein positiver Nebeneffekt der Entwicklung der online Villa Kunterbunt ist, dass ich anderen mit meinen Erfahrungen helfen kann. Nach dem Motto: Geben und Nehmen, muss es nicht immer Geld sein, was zurück kommt, sondern das, was benötigt wird (z.B. Yoga Stunden oder Kite Unterricht).